Liebe Eltern, eine bevorstehende Narkose ist häufig mit Fragen und Sorgen verbunden. Wir möchten Ihnen deshalb schon vor dem persönlichen Gespräch erklären, was für eine sichere und möglichst ruhige Begleitung Ihres Kindes wichtig ist.
Was bedeutet eine Narkose?
Die Allgemeinanästhesie versetzt Ihr Kind in einen kontrollierten, tiefschlafähnlichen Zustand. Bewusstsein und Schmerzempfinden sind während des Eingriffs ausgeschaltet. Die Narkose kann – abhängig von Alter, Situation und geplantem Eingriff – über einen Venenzugang oder über eine Atemmaske eingeleitet werden.
Während der gesamten Narkose überwachen wir fortlaufend Atmung, Sauerstoffversorgung, Herzfrequenz, Kreislauf und weitere wichtige Körperfunktionen. Zur Sicherung der Atmung kann nach dem Einschlafen eine Larynxmaske oder, wenn medizinisch erforderlich, ein Beatmungsschlauch verwendet werden. Blutuntersuchungen sind nicht routinemäßig notwendig, sondern nur bei besonderen medizinischen Fragestellungen.
Vor dem Termin
Nüchternheitsregeln genau einhalten
Ihr Kind darf sechs Stunden vor der Anästhesie nichts mehr essen und keine Milch oder trüben Flüssigkeiten trinken. Gesunde Kinder und Jugendliche dürfen – sofern Sie keine andere persönliche Anweisung erhalten haben – bis eine Stunde vor der Anästhesie kleine Mengen klarer Flüssigkeit trinken, zum Beispiel Wasser, Tee oder klaren Apfelsaft ohne Fruchtfleisch.
Hat Ihr Kind dennoch etwas gegessen oder getrunken, teilen Sie uns dies bitte unbedingt mit. Medikamente am Behandlungstag geben Sie nur nach vorheriger Absprache.
So können Sie Ihr Kind vorbereiten
- Erklären Sie den Termin altersgerecht, ehrlich und in ruhigen Worten.
- Bringen Sie ein Lieblingskuscheltier, Schmusetuch oder einen Schnuller mit.
- Informieren Sie uns frühzeitig über Infekte, Allergien, Vorerkrankungen und regelmäßig eingenommene Medikamente.
- Bringen Sie die Versichertenkarte, den ausgefüllten Anästhesiefragebogen sowie vorhandene Arztbriefe oder relevante Befunde mit.
- Denken Sie an ein vertrautes Getränk und einen leichten Snack für die Zeit nach dem Eingriff.
Wie läuft das Einschlafen ab?
Bei einer geplanten Narkoseeinleitung über die Vene kann zuvor eine betäubende Creme oder ein spezielles Pflaster auf geeignete Hautstellen an Hand oder Arm aufgetragen werden. Nach dem Vorgespräch und einer gegebenenfalls erforderlichen Untersuchung legen wir den Venenzugang und geben darüber das Schlafmittel. Bei kleineren oder sehr ängstlichen Kindern kann alternativ eine Einleitung über eine Atemmaske sinnvoll sein.
Wo es die räumlichen und medizinischen Bedingungen erlauben, kann eine vertraute Bezugsperson beim Kind bleiben, bis es eingeschlafen ist. Anschließend übernehmen wir die weitere Betreuung und beginnen mit den notwendigen Maßnahmen zur sicheren Durchführung der Narkose.
Welche Risiken bestehen?
Zwar ist kein medizinischer Eingriff vollständig frei von Risiken, ernsthafte Komplikationen sind bei einer modernen Kindernarkose jedoch sehr selten. Im persönlichen Aufklärungsgespräch erläutern wir Ihnen die für Ihr Kind und den geplanten Eingriff relevanten Risiken in Ruhe und beantworten Ihre Fragen verständlich.
Aufwachen und Entlassung
Nach dem Eingriff wird Ihr Kind im Aufwachbereich betreut und überwacht. Sobald es die Situation erlaubt, sind Sie wieder bei Ihrem Kind. Essen und trinken darf es nach Freigabe durch unser Team. Die Schmerzbehandlung und weitere Nachsorge besprechen wir individuell mit Ihnen.
Die Heimfahrt ist erst nach der ärztlichen Entlassungsuntersuchung möglich. Organisieren Sie bitte eine sichere Abholung. Wenn Sie allein mit Ihrem Kind kommen, lassen Sie sich möglichst abholen oder fahren Sie gemeinsam mit dem Taxi nach Hause.
Die ersten 24 Stunden zuhause
Lassen Sie Ihr Kind nicht unbeaufsichtigt. Es sollte nicht allein am Straßenverkehr teilnehmen, Fahrrad oder Roller fahren, klettern, toben oder ohne Begleitung öffentliche Verkehrsmittel benutzen. Geben Sie nur die besprochenen oder verordneten Medikamente. Bei unerwarteten Beschwerden wenden Sie sich an die behandelnde Praxis, unser Anästhesieteam oder in einem akuten Notfall an den Rettungsdienst unter 112.
Bitte beantworten Sie den Anästhesiefragebogen sorgfältig und bringen Sie die erforderliche Einwilligung zum Termin mit. Diese Hinweise ergänzen das persönliche Aufklärungsgespräch, ersetzen es jedoch nicht.